2.3. Deutsches Jagdrecht

 1.1 Bogengeschichtliches

Der älteste Beweis für die Existenz von Pfeil und Bogen ist zehn- bis elftausend Jahre alt. Es handelt sich dabei um eine Anzahl von Pfeilfragmenten, die zu den Hinterlassenschaften von Rentierjägern gehörten und die am Fundplatz Stellmoor nördlich von Hamburg ausgegraben wurden. Die Pfeile wurden aus Kiefernspaltholz hergestellt und besaßen aufgesteckte, mit Feuersteinspitzen bewehrte Vorschäfte. Die aufwendige Machart der Pfeile und einige Relikte aus älterer Zeit, die allerdings verschieden interpretiert werden, lassen vermuten, dass Pfeil und Bogen zu dieser Zeit schon eine gewisse Entwicklung durchgemacht hatten und diese Funde nicht den Anfang markieren. Der älteste Fund, der sich sicher als Bogen identifizieren lässt, stammt aus dem Holmegaard-Moor in Dänemark und ist ca. 8000 Jahre alt. In Europa ist spätestens seit diesem Zeitpunkt die Verwendung von Pfeil und Bogen über z.B. „Ötzi“ und den Keltenfürsten von Hochdorf bis in die Neuzeit belegt.

Ohne dass man den Ausgangsort der Erfindung des Bogens bestimmen könnte, fand er schon in vorgeschichtlicher Zeit seinen Weg  in die gesamte von Menschen bewohnte Welt, außer in den australischen Kulturkreis.

Im Laufe der Zeit bildeten sich eine kaum überschaubare Anzahl von Bogen-, Pfeil- und Spitzentypen heraus, abhängig von den vorhandenen Ressourcen, klimatischen Verhältnissen und dem Einsatzzweck. Dabei reicht die Bandbreite der Entwicklungen von den einteiligen Holzbögen mit „normal“ langen Pfeilen, wie wir sie auch aus Europa kennen, über ebenfalls einteilige Bögen, aber mit extrem langen, fast speerähnlichen Pfeilen der Waldindianer Südamerikas für die Jagd im dichtesten Dschungel, bis zu den aus Treibholz, Knochen oder Fischbein und Sehnen gebundenen Bögen der Inuit. Über die höchst aufwendig hergestellten Kompositbögen aus Holz, Horn und Sehnen der Reitervölker Asiens, die mit diesen oft kurzen Bögen über mehrere Jahrtausende eine sehr effektive Waffe hatten, die sich gut vom Pferderücken aus führen ließ, bis zu einem anderen Extrem, den verhältnismäßig schwachen und kurzen Bögen der Buschleute in der Kalahari. Eine erstaunliche Änderung in der Bogentechnologie kann man bei nordamerikanischen Prärie-Indianern beobachten. Bevor diese beritten waren, verwendeten sie lange Holzbögen bei der Bisonjagd. Mit dem Pferd war es ihnen möglich, sehr nahe an die Büffel heranzureiten und diese mit extrem kurzen, aber starken Holz/Sehnen- oder Horn/Sehnenbögen zu erlegen.

Regelmäßig findet man, zumindest in geschichtlicher Zeit, bei Bogen schießenden Völkern eine Unterscheidung in der Ausrüstung, je nachdem ob sie für jagdliche, und da auf welches Wild, oder für kämpferische Zwecke eingesetzt wurde. Üblicherweise wurden für den kriegerischen Einsatz stärkere Bögen als bei der Jagd bevorzugt, um den Gegner auf größere Entfernung mit einem Pfeilhagel überschütten zu können. Ein bekanntes Beispiel für den Bogen als Kriegswaffe stellt der englische Langbogen dar, der bis ins 17. Jahrhundert eingesetzt wurde.

Dagegen handelt es sich bei der Jagd normalerweise um einen gut platzierten Einzelschuss auf deutlich kürzere Entfernung. Um diese jagdliche Schussentfernung zu erreichen, bedurfte es der Fähigkeit, dem Wild nahe genug zu kommen. Diese Fähigkeit zur Annäherung an jagdbares Wild gilt auch heute noch als ein wesentliches Merkmal der Jagd mit Pfeil und Bogen.

Im kontinentalen Europa und speziell bei uns in Deutschland hat der Bogen aber schon im Mittelalter an Bedeutung verloren; er wurde von der Armbrust abgelöst, die einen nicht so hohen Trainigsaufwand erforderte, dafür aber eine deutlich niedrigere Schussfrequenz aufwies. Die Armbrust gehörte vor allem auch zur Bewaffnung der Bürgerwehren der aufstrebenden Städte, und viele der alten heutigen Schützenvereine haben bei diesen Milizen ihren Ursprung.

Das Bogenschießen blieb zwar bekannt und gehörte noch lange Zeit zur Ausbildung des Adels. So ist Kaiser Maximilian I. (15. / 16. Jahrhundert) im „Weißkunig“ mehrfach als jagdlicher Bogenschütze abgebildet. Zu der Zeit wurde der Bogen vor allem zur Jagd auf Federwild eingesetzt. Allerdings verstand man lange Zeit, vom Mittelalter bis zum Ende der Feudaljagd in Deutschland 1848, unter Jagd in erster Linie die „Hohe Jagd“ des Hochadels auf „Hochwild“ (= alles Schalenwild außer Rehwild, Auerwild, Stein- und Seeadler; alles andere ist Niederwild), die in erster Linie als Parforce-Jagd mit Hundemeute und zu Pferd durchgeführt wurde. Dabei wurde das Wild irgendwann gestellt und mit der Kalten Waffe abgefangen. Daher benötigte man für diese Jagd keine Distanzwaffen wie Pfeil und Bogen. Da dem gemeinen Volk die Jagd sowieso verboten war und, wenn sie als Wilderei ausgeübt wurde, sich wohl eher auf die Fallenstellerei beschränkte, war eine Tradition des Bogenschießens bei uns nicht mehr vorhanden, als nach 1848 auch Nichtadelige die Jagd ausüben durften.

Dass bei uns die Kenntnis des Bogenschießens nicht über den Flitzebogen für Kinder hinausreichte, klingt schon bei Dr. Gustav Klemm ( „Die Werkzeuge und Waffen – Ihre Entstehung und Ausbildung“, Verlag G. Reuse 1858) an, der vormalige Direktor des Völkerkundemuseums in Leipzig Prof. Dr. Karl Weule bedauerte es 1910 zutiefst („Kulturelemente der Menschheit“, Kosmos, Franckh´sche Verlagshandlung 1910).

Das jagdliche Bogenschießen wurde bei uns erst wieder seit den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts bekannt und immer beliebter, vor allem durch den Einfluss von hier stationierten US-Amerikanern und Kanadiern.

In Nordamerika wurden durch die Veröffentlichungen der Bogenjagd-Protagonisten Will und Maurice Thompson in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts („Witchery of Archery“, 1878) viele ihrer Landsleute dazu animiert, Pfeil und Bogen als Sport- und Jagdwaffe neu zu entdecken.

In Amerika entstand die Situation, dass sich europäische, angelsächsische Traditionen und Techniken mit noch ungebrochenen indianischen mischen und ergänzen konnten. Besonderen Anteil daran hatten Dr. Saxton Pope und Arthur Young, die sich Anfang des 20. Jahrhunderts um den letzten Überlebenden des Stammes der Yana kümmerten. Ishi tauchte 1911 in Oroville/Kalifornien auf, als niemand mehr glaubte, dass in dieser Gegend noch „wilde“ Indianer lebten. Bevor er 1916 an Tuberkulose starb, konnte er Pope und Young sein jagdliches Können mit Pfeil und Bogen demonstrieren und sie anleiten. 1923 erschien von Dr. Saxton Pope das Buch „Hunting with the Bow and Arrow“ (Jagen mit Pfeil und Bogen), welches einen Meilenstein in der Geschichte der neuzeitlichen Bogenjagd darstellt.

In den dreißiger und vierziger Jahren, waren es Männer wie Fred Bear, Ben Pearson und Howard Hill, die die Legalisierung der Bogenjagd voran trieben. Ein Bundesstaat um den anderen führte eine Jagdsaison für die Bogenjagd ein. Es entstanden publikumswirksame Spots und Filme, so wurde die Bogenjagd immer populärer.

Auch blieb die technische Entwicklung nicht stehen. Ende der 40er Jahre entwickelte Frank Eichholtz  den glasfiberbelegten, laminierten Recurvebogen. Nun waren Bögen industriell und preiswert herzustellen. Die beginnende Freizeitkultur in den 50er Jahren tat ein übriges.

Einen Quantensprung machte die Bogenjagd durch die Entwicklung des Compoundbogens. Holles Allen entwickelte einen Bogen, bei dem die Sehne über exzentrische Rollen lief. Die Reduktion des zu haltenden Zuggewichts eröffnete vielen den Zugang zur Bogenjagd. Die Verbesserung von Pfeilen, Visieren und mechanischen Ablassvorrichtungen rundeten in den 70er und 80er Jahren das Bild ab.

Werbesprüche wie „Sei ein zwei Saisonjäger“ zielten auf die Gewehrjäger in den USA ab und verfehlten ihre Wirkung nicht. Hier ist der technische Fortschritt noch nicht abgeschlossen. Zu jeder Welle gibt es eine Gegenströmung. War Anfang der 80er

Jahre die trad. Ausrüstung mit Recurve- und Langbogen fast verschwunden, findet in den letzten Jahren die Jagd mit dieser Art Equipment eine ständig wachsende Anhängerschaft.

Die Entwicklung in Deutschland begann über den Kontakt zu Bogen jagenden Amerikanern. Zwar gab es in den 20er und 30er Jahren einige deutsche Bogenjäger, doch brach diese Bewegung durch den 2. Weltkrieg ab. In den späten 1970er Jahren entstanden Bogenvereine, die sich vorrangig dem Schießen mit jagdlicher Ausrüstung widmeten. Die ersten Mutigen wagten sich auf Jagdreisen meist in die USA und Kanada. Sie brachten Erfahrungen und Informationen mit. Anfang der 90er Jahre kam es zur Gründung der Traditionellen Jagdbogenschützen Deutschland TJBD. Es wurden amerikanische Ausbilder und Bogenjäger eingeladen, um die Bowhunter Education abzuhalten. Die Übersetzung des amerikanischen Ausbildungshandbuches durch Max Christ, eigene Ausbilder, sowie der Wunsch der IBEP nach einer rechtsfähigen Organisation für alle Bogenjäger, machten die Gründung des  Deutschen Bogenjagdverbandes DBJV e.V. notwendig. Engagierte Frauen und Männer arbeiten hier um die Bogenjagd voran zu bringen.

Fundstück

Bei Dr. Gustav Klemm, „Die Werkzeuge und Waffen – Ihre Entstehung und Ausbildung“, Verlag G. Reuse 1858, findet sich folgende Geschichte in einer Sammlung arabischer Sprichwörter, die sich auf das Bogenschießen beziehen:

„Zu dem Sprichwort: Reuevoller als Kosaji gab folgende Geschichte Anlass. Kosaji hatte Bogen und Pfeil aus dem schönen gelben Holze Neba geschnitzt und in der Nacht Gazellen aufgelauert; fünfmal kamen Rudel derselben vorbei und fünfmal schoss er einen seiner fünf Pfeile ab; jedes Mal sah er Funken dem Felsen entsprühen, so dass  er in der Meinung, nur Fehlschüsse getan zu haben, als ihm kein Pfeil mehr übrig war, zornig darüber seinen Bogen aus dem Holze Neba zerbrach. Als es Tag wurde, sah er fünf Gazellen tot vor sich liegen und die blutigen Pfeile in einiger Entfernung davon. Sie hatten die Gazellen durchbohrt, aber noch Kraft genug behalten, um an den Felsen zu prallen und demselben Feuer zu entlocken. Aus Reue darüber, seinen schönen Bogen zerbrochen zu haben, biss er sich in den Daumen und schnitt sich denselben ab. Daher das Sprichwort: Reuevoller als Kosaji.

Soweit das Zitat. Man könnte auch unser Sprichwort Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben, sprich: Man muss immer schauen, was hinten rauskommt, daraus ziehen. Vor allem zeigt die Geschichte dem Jäger aber, man sollte nur bei ausreichend Licht schießen, um beobachten zu können, was passiert.

1.2 Warum Bogenjagd

Warum mit dem Bogen jagen??!!

Weil es Freude macht. Im Gegensatz zu Feuerwaffen, kann niemand dem Bogen nachsagen, er wäre zum leichteren Ermorden der Mitmenschen entwickelt worden. Die erste Maschine, die der Mensch erdachte, diente und dient zur Beschaffung eiweißreicher Nahrung.

Der Jagdpfeil tötet mit hervorragender Wirkung. Durch seine begrenzte Reichweite und seine geringe Tendenz zu Querschlägern eignet er sich zum Jagen in schwieriger Umgebung, wie Friedhöfe, Parks usw. Die finnischen Bogenjäger erlangten große Anerkennung durch die Bekämpfung einer großen Hasenplage im Stadtgebiet von Helsinki. Die hohen ethischen Anforderungen die der Bogenjäger an sich stellt, machen ihn zu einem besonnen und waidgerechten Jäger. Die kurzen Distanzen zwingen ihn, sich mit dem zu bejagenden Wild und seiner persönlichen Ausrüstung mehr auseinander zu setzen als der Büchsenjäger. Um gut Bogen zu schießen bedarf es der regelmäßigen Übung. Deshalb muss auch die Schießprüfung regelmäßig wiederholt werden. Auch ist eine geringere Beunruhigung von Wild und Mensch anzunehmen. Welcher Jäger kennt nicht die „Totenstille" im Wald nach dem Büchsenschuss. Es wird immer wieder berichtet, dass andere Stücke ruhig weiter ästen, nachdem eines mit dem Bogen erlegt wurde.

2. Auslandsjagd

2.1. Internationales Jagdrecht

Es ist sehr schwierig, genaue Aussagen zum Jagdrecht einzelner Länder zu treffen. Ein Grundsatz  ist immer gültig,
nur wer in seinem Heimatland jagdausübungsberechtigt ist, darf auch im Ausland  die Jagd ausüben ( Projuristitäts-prinzip). Die Erfahrung zeigt, dass  viele Staaten diese Regelung nicht umsetzen. Das Jagdrecht z.B. in den USA ist ein Grundrecht, das jeder Bürger ohne weitere Bescheinigung ausüben darf. Mehrere Bundesstaaten fordern seit einigen Jahren eine Prüfung als Voraussetzung für die Bogenjagd in Amerika und Kanada. (Der Bogenjagdschein des DBJV wird in Amerika als Befähigungsnachweis anerkannt. Der DBJV wurde von der National Bowhunter Education Foundation (NBEF) lizenziert den Lehrgang durchzuführen und das entsprechende Zertifikat auszustellen.)

2.2 Jagdsystem     

Lizenzjagdsystem (USA ,Kanada, Afrika) oder auch Mischformen z.B. Frankreich.

Beim Lizenzjagdsystem z.B. in den USA gibt die zuständige Behörde für jede Wildart eine bestimmte Menge an Lizenzen (Abschüsse) frei. Die Freigabe richtet sich nach der Bestandsgröße der jeweiligen Wildart. Dadurch wird eine Überbejagung verhindert und  ein gesunder Wildbestand gewährleistet. Jeder US Bürger kann  eine Abschusslizenz kaufen und damit jagen. Ausländische Jagdgäste können ebenfalls Lizenzen erwerben. Auf Staatsland wird der ausländische Jagdgast in der Regel von einem Jagdführer geführt. Dies ist aber von Bundesstaat zu Bundesstaat sehr unterschiedlich und kann schon in den  einzelnen Gemeinden eines Staates unterschiedlich geregelt sein. Beim Jagen auf Privatland ist unbedingt die Erlaubnis des Grundbesitzers einzuholen. Es ist üblich, dem Grundbesitzer 15 – 20% der Jagdbeute anzubieten.

Ein weiterer gravierender Unterschied zum Deutschen Jagdsystem sind die verschiedenen Jagdsaisonen. So gibt es für die Gewehr- Vorderlader- und Bogenjagd eigene Jagdzeiten, in denen nur mit der entsprechenden Waffe gejagt werden darf. In vielen Bundesstaaten ist für die Jagd Warnkleidung vorgeschrieben.

Da die gesetzlichen Regelungen sehr unterschiedlich gehandhabt werden, ist es unbedingt erforderlich, bei der Planung einer Jagdreise sich als erstes über die gesetzlichen Bestimmungen des gewünschten Jagdlandes und -gebietes zu informieren. (Internet, Jagdführer vor Ort, einen Bogenjäger fragen der bereits in diesen Gebiet gejagt hat und einen Führer kennt, mit dem er gute Erfahrungen vor Ort gemacht hat).

In Afrika gilt ebenfalls die Lizenzjagd. Sie kann nur mit einem Jagdführer ausgeübt  werden. Die Jagdreise wird in der Regel bei einem Jagdreiseveranstalter gebucht, der die gesetzlichen Voraussetzungen kennen muss.

Das Jagdrecht unterscheidet sich in vielen Ländern grundlegend vom Deutschen Jagdrecht. Neben Deutschland kennt man auch in Österreich und Ungarn das Reviersystem.

           

BJG § 1 Inhalt des Jagdrechts

(1) Das Jagdrecht ist die ausschließliche Befugnis, auf einem bestimmten Gebiet wildlebende Tiere, die dem
 Jagdrecht unterliegen, (Wild zu hegen, auf sie die Jagd auszuüben und sie sich anzueignen. Mit dem Jagdrecht ist die Pflicht zur Hege verbunden.
 

(2) Die Hege hat zum Ziel die Erhaltung eines den landschaftlichen und landeskulturellen Verhältnissen angepaßten artenreichen und gesunden Wildbestandes sowie die Pflege und Sicherung seiner Lebensgrundlagen; auf Grund anderer Vorschriften bestehende gleichartige Verpflichtungen bleiben unberührt. Die Hege muß so durchgeführt werden, daß Beeinträchtigungen einer ordnungsgemäßen land-, forst- und fischereiwirtschaftlichen Nutzung, insbesondere Wildschäden, möglichst vermieden werden.

(3) Bei der Ausübung der Jagd sind die allgemein anerkannten Grundsätze deutscher Weidgerechtigkeit zu beachten.

(4) Die Jagdausübung erstreckt sich auf das Aufsuchen, Nachstellen, Erlegen und Fangen von Wild.

(5) Das Recht zur Aneignung von Wild umfaßt auch die ausschließliche Befugnis, krankes oder verendetes Wild, Fallwild und Abwurfstangen sowie die Eier von Federwild sich anzueignen.

(6) Das Jagdrecht unterliegt den Beschränkungen dieses Gesetzes und der in seinem Rahmen ergangenen landesrechtlichen Vorschriften.

§ 19 Sachliche Verbote

(1) Verboten ist

1.  mit Schrot, Posten, gehacktem Blei, Bolzen oder Pfeilen, auch als Fangschuss, auf Schalenwild und Seehunde zu schießen;

Die Weidgerechtigkeit des Bogenschützen....

Ähnlich wie bei dem Jäger mit der Flinte / Büchse gelten bei den Bogenjägern ebenso ungeschriebene Gesetze der Weidgerechtigkeit die auch gelehrt und in der Prüfung abgefragt werden. Der Einfachheit halber ein Vergleich mit den bekannten Grundsätzen der Deutschen Waidgerechtigkeit, sofern es Abweichungen zur


 

Qualen ersparen

Büchse

Flinte

Bogen

Schalenwild

vorgeschriebenes Kaliber / Joule

 
Flintenlaufgeschosse - erreichen je nach Kaliber und Entfernung nicht die vorgeschriebenen Joule der Büchsengeschosse Mindestpfeilgewicht und Mindestjoule vorgeschrieben

Niederwild
 

keine Mindestjoule und Kaliber
vorgeschrieben

Schrotstärke empfohlen
 
Mindestpfeilgewicht und Mindestjoule vorgeschrieben
 

..dass ein Wirbeltier nur töten darf, wer die dazu notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten

 

Jägerprüfung und freiwillige Übungen, der lfd. Keiler wird in einigen Bundesländern nicht geprüft, der Jagdscheininhaber darf aber ohne Vorbereitung an Drückjagden teilnehmen

Keine Schiessprüfung-Wiederholung nach bestimmter Zeit -

Jägerprüfung und freiwillige Übungen,
Tontauben wird in einigen Bundesländern nicht geprüft, der Jagdscheininhaber darf aber ohne Vorbereitung an Flugwildjagden teilnehmen

Keine Schiessprüfung-Wiederholung nach bestimmter Zeit -

Der Bogenjäger darf nur mit dem Bogen-Stiltyp auf die Jagd gehen, mit dem er die Prüfung abgelegt hat.

 

Die Schiessprüfung zum Bogenjagdschein muss alle 5 Jahre
wiederholt werden

 

Schießtraining
 

 

freiwillig
 

freiwillig
 

freiwillig - aber ohne wöchentliches Training fehlt dem Bogenschützen die Kraft den Bogen erfolgreich zu benutzen

Schiessprüfung



 

je nach Bundesland, jedoch werden oft Treffer in der Prüfung gewertet, die dem Wild längere Qualen verursachen können
 

je nach Bundesland, prozentual ist man meist mit 50% Trefferquote zufrieden


 

von 6 Schuss aus unterschiedlichen, praxis-bezogenen Entfernungen müssen 5 Schuss in der "Kammer - Zone" sein, also tödliche Treffer sein

       

flüchtiges Wild

ja ja nein
       

dem Wild eine Chance lassen


 
   
       

Schussentfernungen
über 35m

ja

nein

nein

Pirsch ja ja ja

Treibjagden

ja ja nein
       

Sicherheit Gefährdungsbereich

bis zu 5000m zwischen 250m - 1500m zwischen 300m - 500m

Die Bogenjagd ist in folgenden Bundesländern verboten:
Saarland, Baden-Württemberg, NRW, Niedersachsen, MV

 

 

BOGENJAGDSCHEINPRÜFUNG
nach DBJV (Deutscher Bogenjagd Verband)
erkannt nach von EBA (European Bowhunting Association)

Auf Grund des § 19 I Ziffer 1 BJG sowie der verschiedenen Landesjagdgesetzgebung und unter Bezugnahme auf § 4 Absatz 1 Satz 2 TSchG  wird folgende Bogenjagdprüfung nach internationalem Standart abgehalten:

§ 1

Zuständige Stellen

Die für die Durchführung der Bogenjagdprüfung zuständigen Personen und Schulen werden durch den DBJV autorisiert und anerkannt.

§ 2

Prüfer, Prüfungsleiter, Schriftführer

(1) Der DBJV bestellt die erforderliche Anzahl der Prüfer und bestimmt den Prüfungsleiter. Die Prüfungskommission besteht aus mindestens zwei Prüfern, wobei eine Person eine amtlich anerkannte Position innehaben muss.

(2) Der Prüfungsleiter muss die für die Abnahme der Prüfung erforderliche Befähigung haben.

(3) Der Prüfungsleiter bestimmt im Bedarfsfall einen Schriftführer.

§ 3

Ehrenamtlichkeit, Unabhängigkeit , Verschwiegenheit

Die Prüfer sind ehrenamtlich tätig und unabhängig in der Ausübung ihres Prüfungsamtes. Sie haben ihre Tätigkeit unparteiisch auszuüben und in allen Prüfungsangelegenheiten Verschwiegenheit gegenüber Dritten zu wahren. Die Pflicht zur Verschwiegenheit gilt auch für den Schriftführer.

§ 4

Zeit und Ort der Prüfung, Bekanntmachung

Der Ausbildungsbetrieb legt in Abstimmung mit dem DBJV Ort und Zeitpunkt der Prüfung fest und macht dies bekannt.

 § 5

Gegenstand, Form und Inhalt der Prüfung

(1) Die Prüfung besteht aus den Prüfungsteilen schriftliche Prüfung und Schießprüfung. Der Prüfling durchläuft die Prüfung in dieser Reihenfolge.

(2) Die Prüfung ist nicht öffentlich. Ein Vertreter der Jagdbehörde, oder ein Beauftragter der obersten Jagdbehörde können, an der Prüfung als Beobachter teilnehmen. Im Rahmen der Schießprüfung ist darüber hinaus dem erforderlichen Schießplatzpersonal die Anwesenheit gestattet. Der Prüfungsleiter kann weiteren Dritten die Anwesenheit bei der Schießprüfung gestatten.

(3) Die schriftliche Prüfung umfasst jeweils folgende Prüfungsfächer:

Prüfungsfach 1: ethische Verhaltungsweisen des Bogenjägers (Weidgerechtigkeit des Bogenjägers)

Prüfungsfach 2: technische Vorraussetzungen von Jagdpfeil und Bogen, Ballistik, Anatomie,

Prüfungsfach 3: Rechtliche Voraussetzungen im In - und Ausland

Prüfungsfach 4: Richtiges Verhalten in Notsituationen

 

(4) Die Schießprüfung umfasst:

1.

a)

je1 Pfeil auf Kaninchenscheibe Schusswinkel rechtwinklig  ( Entfernung 6-10m)

 

b)

je1 Pfeil auf Entenscheibe Schusswinkel rechtwinklig ( Entfernung 7-12m)

 

c)

je 1 Pfeil auf Fasanscheibe Schusswinkel rechtwinklig ( Entfernung 10-15m)

 

d) 

je 1 Pfeil auf Hasenscheibe Schusswinkel rechtwinklig ( Entfernung 11-16m)

 

e)

je1 Pfeil auf Fuchsscheibe Schusswinkel rechtwinklig ( Entfernung 16-21m)

 

f)

je1 Pfeil auf Rehscheibescheibe Schusswinkel rechtwinklig ( Entfernung 17 -23m)

es müssen mindestens 5 Treffer in der vorgegebenen Zone erfolgen.

2) Der Prüfling muss vor der Prüfung den Stiltyp (mit oder ohne Visiereinrichtung) angeben, mit dem er die Prüfung ablegt und somit später jagt.

3) Der Bogen  und die zu verwendenden Jagdpfeile werden vor der Prüfung auf die Zulässigkeit und die Vorgaben zur Jagd überprüft. Beim Jagdpfeil muss:

a)      Das Gesamtgewicht des Jagdpfeils muss mindestens 30 Gramm betragen.

b)      Die Impulskraft des Jagdpfeils muss mindestens 1,5Ns (Newtonsekunden) betragen.

c)      Es dürfen nur scharf geschliffene Klingen mit einer Mindestbreite von 25mm benutzt werden.

§  6

Anmeldung und Zulassung zur Prüfung

(1) Der Prüfling hat sich bis sechs Wochen vor Prüfungsbeginn anzumelden, wobei die Prüfungskommission von der Sechs-Wochen-Frist Ausnahmen zulassen kann. Voraussetzung für die Zulassung zur Prüfung ist:

1. Nachweis über eine bestandene Jägerprüfung

2. Nachweis, dass er an einem anerkannten Vorbereitungskurs teilgenommen hat; das Ende der Ausbildung darf nicht länger als ein Jahr zurückliegen.

3. Nachweis einer Haftpflichtversicherung für den Bogengebrauch,

4. für den Fall seiner Minderjährigkeit, die Einwilligung des gesetzlichen Vertreters sowie

5. Nachweis, dass die Prüfungsgebühren in Höhe von 50 € entrichtet wurden.

§ 7

Ausbildungskurs

(1) Als Ausbildungskurs im Sinne von § 6 Abs. 1 Nr. 1 gilt ein durch den DBJV anerkannter Kurs bei einer zugelassenen Jagdschule oder bei einem anerkannten Mentor.

§ 8

Verhinderung, Rücktritt

(1) Die Prüfung gilt als nicht unternommen, wenn der Bewerber vor ihrem Beginn zurücktritt oder der Prüfung fernbleibt. Bereits entrichtete Prüfungsgebühren werden nicht erstattet.

§  9

Abnahme der Schießprüfung

(1) Die Abnahme der Schießprüfung erfolgt durch den Prüfungsleiter sowie durch mindestens einen weiteren von diesem bestimmten Prüfer.

(2) Der Prüfling kann an der Schießprüfung nur teilnehmen, wenn er die schriftliche Prüfung übernommen hat.

(3) Der Prüfling wird vom weiteren Verlauf der Prüfung ausgeschlossen, wenn er unsachgemäß und gefährdend mit Pfeil und Bogen umgeht.

(4) Der Prüfling kann sofern er beim ersten Versuch die in § 4 Abs. 1 genannten Mindestanforderungen nicht erreicht hat, im Anschluss die Schießprüfung einmal wiederholen.

(5) Kosten, die durch das Schießen oder die Schießplatznutzung entstehen,  trägt der Prüfling.

§ 10

Ergebnis der Bogenjagdprüfung, Wiederholung

(1) Die Prüfung ist nicht bestanden, wenn:

1. der Prüfling die schriftliche Prüfung nicht bestanden hat

2. der Prüfling die Mindestanforderungen der Schießprüfung (§ 5 Abs. 3) nicht erreicht hat

3. der Prüfling bei der Schießprüfung entgegen den Sicherheitsvorschriften gehandhabt hat oder

4. der Prüfling es bei der Prüfung unternommen hat, zu täuschen oder sich unzulässiger Hilfsmittel zu bedienen oder

5. wenn der Prüfling bewusst falsche Angaben zu den in § 6 Abs. 1 aufgeführten Zulassungsvoraussetzungen gemacht hat.

(2) Der Prüfungsleiter unterrichtet den Prüfling über die von diesem in der schriftlichen Prüfung erzielten Leistungen. Hierüber ist eine vom Prüfungsleiter und den beteiligten Prüfern zu unterzeichnende Niederschrift zu fertigen.

(3) Der Prüfling kann die Prüfung beliebig oft wiederholen.

(4) Bei Bestehen der Prüfung erhält der Prüfling ein Zeugnis, mit Angabe des geprüften Bogentyps. Das Zeugnis ist für 5 Jahre ab Ausstellungstermin gültig. Nach Ablauf dieser Zeit muss sich der Bogenjäger erneut einer Schießprüfung stellen. Eine schriftliche Prüfung ist nicht mehr erforderlich.

(5) Werden nach Ablegung der Prüfung Umstände im Sinne von Absatz 1 Nr. 5 oder 6 bekannt, ist die Prüfung für „nicht bestanden“ zu erklären.

§ 11

Archivierung der Prüfungsunterlagen

Die Prüfungsniederschrift, die Protokolle zur Schießprüfung und die bewerteten schriftlichen Prüfungsarbeiten sind vom DJBV für die Dauer von fünf Jahren, eine Ablichtung des Prüfungszeugnisses ist unbefristet, aufzubewahren.

§ 12

Aufwandsentschädigung

 (1) Den Prüfern (§ 2) werden für die Durchführung der Prüfung 150 € gewährt.
 

 § 13

Gleichgestellte Bogenjagdprüfung

 1) Bisher beim DJBV erfolgreich abgelegte Prüfungen gelten im Zusammenhang mit dem  Deutschen Jagdschein weiterhin.
 2) Die Schiessprüfung muss nach 5 Jahren ab dem Zeitpunkt der Prüfung wiederholt werden.

 § 14

In-Kraft-Treten , Außer-Kraft-Treten

 

Diese Prüfungsordnung tritt zum  01.01.2007  in Kraft

Der Vorstand des DBJV